Politische Risiken 2026: Was Unternehmen bei Krieg, Unruhen und Sabotage beachten sollten
Krieg, zivile Unruhen, Sabotage und staatliche Eingriffe wirken sich direkt auf Unternehmen aus. Die Allianz Commercial Studie zu „Trends politischer Gewalt und ziviler Unruhen in 2026“ zeigt, wie stark diese Risiken inzwischen Geschäftsentscheidungen, Lieferketten und Auslandsaktivitäten prägen.

Politische Risiken und Gewalt steigen im Allianz Risk Barometer auf Platz 7
Politische Risiken rücken für Unternehmen nach oben auf der Agenda. Im Allianz Risk Barometer 2026 ist das Risiko „Politische Risiken und Gewalt“ weltweit auf Platz 7 gestiegen. Das ist die bisher höchste Platzierung dieses Risikos im Ranking.
Für international tätige Unternehmen ist das ein klares Warnsignal. Krieg, zivile Unruhen, Terrorismus, Sabotage, Desinformation, Regierungswechsel und staatliche Eingriffe können Lieferketten unterbrechen, Mitarbeitende gefährden, Standorte beeinträchtigen und Investitionen erschweren.
Im Allianz Risk Barometer 2026 erreicht „Politische Risiken und Gewalt“ mit Platz 7 die bisher höchste Platzierung. Weltweit nennen Unternehmen Krieg als größte Sorge in diesem Risikofeld, gefolgt von zivilen Unruhen, Terrorismus/Sabotage und staatlichen Eingriffen. Unternehmen sollten prüfen, welche Länder, Lieferanten, Standorte und Mitarbeitenden von solchen Entwicklungen betroffen sein können. Nur mit Anpassungsfähigkeit und Resilienz lassen sich die Geschäfte aufrechterhalten.
Krieg ist 2026 das größte politische Risiko für Unternehmen
Im Risikofeld „Politische Risiken und Gewalt“ nennen Unternehmen weltweit Krieg am häufigsten. Laut Allianz sehen 53 Prozent der Befragten Krieg als größte Gefahr. Danach folgen zivile Unruhen mit 49 Prozent, Terrorismus und Sabotage mit 46 Prozent sowie staatliche Eingriffe oder Regierungswechsel mit 45 Prozent.
In Deutschland fällt die Einschätzung noch deutlicher aus. Hier nennen 63 Prozent der Unternehmen Krieg als Hauptrisiko. Danach folgen Terrorismus und Sabotage mit 54 Prozent sowie Desinformation und staatliche Eingriffe mit jeweils 46 Prozent, zivile Unruhen folgen mit 21 Prozent.
Diese Zahlen passen zur Lage vieler Unternehmen. Wer Lieferanten in Osteuropa, Asien, Afrika oder dem Nahen Osten hat, spürt politische Spannungen oft schnell: höhere Transportkosten, zum Beispiel durch die gesperrte Straße von Hormus, Verzögerungen, neue Zoll- oder Sanktionsregeln durch die USA, unsichere Reisebedingungen oder kurzfristige Standortentscheidungen.
Wie politische Gewalt Lieferketten, Standorte und Mitarbeitende gefährdet
Politische Gewalt wirkt selten nur lokal. Ein Konflikt wie zwischen den USA und dem Iran kann Transportwege blockieren, Rohstoffe verteuern, Versicherungen erschweren oder Kundenprojekte verzögern. Proteste können Innenstädte lahmlegen, Häfen blockieren oder den Zugang zu Werken verhindern. Staatliche Eingriffe können Genehmigungen, Zahlungen oder Eigentumsrechte betreffen.
Für Unternehmen entstehen daraus konkrete Fragen:
- Welche Standorte liegen in politisch angespannten Regionen?
- Welche Lieferanten wären bei Grenzschließungen, Sanktionen oder Hafenstörungen betroffen?
- Welche Mitarbeitenden reisen regelmäßig in Länder mit erhöhter Gefährdung?
- Welche Projekte hängen von staatlichen Genehmigungen, Lizenzen oder lokalen Partnern ab?
- Welche Informationen nutzt die Geschäftsleitung, wenn sich eine Lage innerhalb weniger Tage verschärft?
Die Antworten darauf sollten vor einer Krise vorliegen, um das Geschäft aufrechtzuerhalten.
Zivile Unruhen: Warum Proteste und Streiks Unternehmen treffen können
Wie häufig solche Lagen auftreten, zeigt eine Auswertung von Allianz Research: In den vergangenen fünf Jahren wurden weltweit mehr als 250 größere Streiks, Ausschreitungen und soziale Unruhen registriert. Berücksichtigt wurden Vorfälle mit mehr als 1.000 Beteiligten, die länger als einen Tag andauerten.
Für Unternehmen kann schon ein einzelnes Ereignis reichen: Ein Lager bleibt unerreichbar. Ein Hafen arbeitet nur eingeschränkt. Mitarbeitende kommen nicht sicher zum Standort. Ein Projektteam muss eine Reise abbrechen. Aber: Kunden erwarten trotzdem Lieferfähigkeit, mitunter drohen Vertragsstrafen.
Solche Situationen entstehen oft nicht plötzlich. Häufig gibt es vorher Anzeichen: steigende Lebenshaltungskosten, politische Polarisierung, angekündigte Streiks, lokale Proteste, Wahlen, neue Gesetze oder verschärfte Sicherheitsmaßnahmen.
Betriebsunterbrechung und Lieferkettenstörungen als größte Folgen
72 Prozent der Unternehmen sehen laut Allianz Betriebsunterbrechungen oder Störungen der Lieferkette als kritischste Folge politischer Risiken.
Das zeigt, worum es für Unternehmer praktisch geht: Kann das Unternehmen im Konfliktfall weiterhin liefern? Können Mitarbeitende sicher arbeiten? Bleiben Zahlungen, Transporte und Kommunikation stabil? Gibt es Alternativen, wenn ein Standort, Lieferant oder Transportweg ausfällt?
Besonders anfällig sind Unternehmen mit engen Lieferketten, wenigen Ersatzlieferanten, starkem Auslandsgeschäft oder Projekten in politisch volatilen Regionen. Auch mittelständische Unternehmen können betroffen sein, selbst wenn sie keinen eigenen Standort im Ausland haben. Ein einzelner verhinderter Zulieferer oder ein kritischer Rohstoff kann reichen.
Wie Unternehmen ihre Lieferketten gegen geopolitische Risiken absichern
Die Allianz-Zahlen zeigen, dass Unternehmen reagieren. 35 Prozent prüfen Nearshoring oder eine vermehrte Produktion im Heimatmarkt. 32 Prozent wollen ihr Bestandsmanagement verbessern. 49 Prozent beschäftigen sich mit neuen Lieferanten, Diversifizierung oder Neuverhandlungen.
Diese Schritte brauchen ein belastbares Lagebild. Wer Lieferanten verlagert, neue Märkte erschließt oder Standorte bewertet, sollte politische Risiken systematisch einbeziehen.
Zu einem belastbaren Lagebild gehören unter anderem:
- Länderanalysen
- Standortbewertungen
- Szenarien für Konflikte, Unruhen und staatliche Eingriffe
- Bewertung von Lieferketten und Transportwegen
- Reisesicherheitskonzepte
- Krisenstabs- und Notfallpläne
- Evakuierungsplanung für Mitarbeitende
- Frühwarnsysteme für relevante Länder und Regionen
Checkliste: Was Unternehmen bei politischen Risiken prüfen sollten
1. Ein erster Schritt ist eine nüchterne Bestandsaufnahme:
- Welche Länder, Lieferanten, Standorte und Projekte sind für das Geschäft kritisch?
- Wo bestehen Abhängigkeiten?
- Welche Lageveränderungen hätten direkte Auswirkungen auf Umsatz, Produktion oder Mitarbeitende?
2. Danach sollten Unternehmen konkrete Szenarien durchspielen:
- Was passiert, wenn ein Grenzübergang geschlossen wird?
- Was passiert, wenn ein Hafen ausfällt?
- Was passiert, wenn ein lokaler Partner unter politischen Druck gerät?
- Was passiert, wenn Mitarbeitende kurzfristig aus einem Land ausgeflogen werden müssen?
- Was passiert, wenn Proteste den Zugang zu einem Standort verhindern?
Solche Fragen machen Risiken greifbar und das Unternehmen letztlich resilienter. Sie zeigen auch, welche Maßnahmen fehlen: alternative Lieferanten, klare Entscheidungswege, aktuelle Kontaktdaten, lokale Sicherheitsinformationen, Notfallkommunikation oder ein Krisenstab mit festen Rollen.
Wann eine Global-Risk-Beratung für Unternehmen sinnvoll ist
Globale Geschäfte bleiben wichtig. Gleichzeitig steigt die Unsicherheit in vielen Märkten. Unternehmen brauchen deshalb eine realistische Einschätzung ihrer Auslandsrisiken und konkrete Handlungsoptionen.
Eine Global-Risk-Beratung unterstützt dabei, politische Risiken frühzeitig zu erkennen, Abhängigkeiten sichtbar zu machen und passende Maßnahmen vorzubereiten. Das kann bei einzelnen Ländern beginnen, bei Lieferketten ansetzen oder die gesamte Auslandsstrategie betreffen.
Ziel ist ein klares Bild: Wo ist das Unternehmen verwundbar? Welche Risiken sind akzeptabel? Wo braucht es Alternativen, Schutzmaßnahmen oder Notfallpläne?
Die Global-Risk-Berater von AKE | SKABE analysieren Ihre Länder-, Standort- und Lieferkettenrisiken und zeigen, welche Maßnahmen Ihr Unternehmen handlungsfähig halten.
Quelle: Allianz Commercial, Trends politischer Gewalt und ziviler Unruhen in 2026. Dynamik und Treiber der sich wandelnden globalen Risikolandschaft. Mai 2026, https://commercial.allianz.com/
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